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Beschreibung meiner Komposition bzgl. des Wessobrunner Gebets
Mich reizte in der Aufgabe die Gegenüberstellung des Orff'schen Stils und der tradierten geistlichen Kompositionstechnik. Während Orff einen linearen Strang bemüht, welchen er in einen fanalen Aufschrei münden lässt, und so den klassischen harmonischen Aufbau der Verherrlichung Gottes zugunsten der natürlichen Spontanität und Echheit des Gebets, der Authenzität des Beters (ähnlich wie in den Carmina burana) verweigert, bin ich in der Liedform AABA einen Kompromiss gegangen.
Das Wessobrunner Gebet beinhaltet in den Teilen A1-3 durchaus heidnische Vorstellungen der Schöpfung als naturgegebener, Christologie und Sündenbekenntnis werden völlig ausgespart, der Focus liegt erkenntnistheologisch auf der Ehrfurcht vor dem Schöpfer. In Teil B, dem eigentlichen Gebetsteil, wird die aus dieser Ehrfurcht resultierende Bitte um den rechten Glauben thematisiert, in Teil A3 wird daraufhin der Widersacher als Verführer zum Bösen verworfen zugunsten des Guten.
So beginnt Teil A in der neutral betrachtenden Paralleltonart E-Dur, noch liegt die Betonung in der Haupttonart G-Dur auf dem Wunder der Schöpfung (Takt 7), welche über B-Dur moduliert und schließlich die Doppeldominante zu F-Dur bildet, in Teil A1 (Takt 24) die Leere vor der Schöpfung, in Teil A2 (Takt 48) Gott als den Urheber aller Schöpfung hervorhebend. Die Schöpfung wird in ihren Attributen dabei als eine absteigende Sequenz beschrieben, sie ist ohne den Schöpfer wertlos und dient allein der Abwehr des Bösen, das Gute zu tun (Teil A3).
Die rechte Erkenntnis der Schöpfung jedoch erfordert den rechten Glauben. Dieser wird in Takt 80ff. noch von G-Dur als Doppeldominante auf F-Dur zurückgeführt, jedoch ist der ganze Teil B streng in G-Dur gehalten, der Gläubige wird nicht rückgeführt auf Gott, sondern es findet in Teil A3 die Metarmorphose statt, die Glaubensannahme ist der Sinn der Schöpfung, sie wirkt schließlich im Schlussakkord die ersehnte Erlösung.
Ich habe die Samples von musescore für die mp3-Datei verwendet, da die Komposition noch nicht aufgeführt wurde.
Ich habe den Text nun nachträglich auf die vorgegebene Länge reduziert, was den Charakter und Inhalt des Stückes nicht wesentlich verändern sollte. Hervorgehoben sind dabei die "Ecken und Enden", was sowohl die geometrische Räumlichkeit, als auch den Zeitbegriff der Endlichkeit, welche noch nicht war, beschreiben kann. Interessant in diesem Zusammenhang ist die atl. Vorstellung der Gerechtigkeit Gottes als ein gerader "rechter" Weg.
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Mich reizte in der Aufgabe die Gegenüberstellung des Orff'schen Stils und der tradierten geistlichen Kompositionstechnik. Während Orff einen linearen Strang bemüht, welchen er in einen fanalen Aufschrei münden lässt, und so den klassischen harmonischen Aufbau der Verherrlichung Gottes zugunsten der natürlichen Spontanität und Echheit des Gebets, der Authenzität des Beters (ähnlich wie in den Carmina burana) verweigert, bin ich in der Liedform AABA einen Kompromiss gegangen.
Das Wessobrunner Gebet beinhaltet in den Teilen A1-3 durchaus heidnische Vorstellungen der Schöpfung als naturgegebener, Christologie und Sündenbekenntnis werden völlig ausgespart, der Focus liegt erkenntnistheologisch auf der Ehrfurcht vor dem Schöpfer. In Teil B, dem eigentlichen Gebetsteil, wird die aus dieser Ehrfurcht resultierende Bitte um den rechten Glauben thematisiert, in Teil A3 wird daraufhin der Widersacher als Verführer zum Bösen verworfen zugunsten des Guten.
So beginnt Teil A in der neutral betrachtenden Paralleltonart E-Dur, noch liegt die Betonung in der Haupttonart G-Dur auf dem Wunder der Schöpfung (Takt 7), welche über B-Dur moduliert und schließlich die Doppeldominante zu F-Dur bildet, in Teil A1 (Takt 24) die Leere vor der Schöpfung, in Teil A2 (Takt 48) Gott als den Urheber aller Schöpfung hervorhebend. Die Schöpfung wird in ihren Attributen dabei als eine absteigende Sequenz beschrieben, sie ist ohne den Schöpfer wertlos und dient allein der Abwehr des Bösen, das Gute zu tun (Teil A3).
Die rechte Erkenntnis der Schöpfung jedoch erfordert den rechten Glauben. Dieser wird in Takt 80ff. noch von G-Dur als Doppeldominante auf F-Dur zurückgeführt, jedoch ist der ganze Teil B streng in G-Dur gehalten, der Gläubige wird nicht rückgeführt auf Gott, sondern es findet in Teil A3 die Metarmorphose statt, die Glaubensannahme ist der Sinn der Schöpfung, sie wirkt schließlich im Schlussakkord die ersehnte Erlösung.
Ich habe die Samples von musescore für die mp3-Datei verwendet, da die Komposition noch nicht aufgeführt wurde.
Ich habe den Text nun nachträglich auf die vorgegebene Länge reduziert, was den Charakter und Inhalt des Stückes nicht wesentlich verändern sollte. Hervorgehoben sind dabei die "Ecken und Enden", was sowohl die geometrische Räumlichkeit, als auch den Zeitbegriff der Endlichkeit, welche noch nicht war, beschreiben kann. Interessant in diesem Zusammenhang ist die atl. Vorstellung der Gerechtigkeit Gottes als ein gerader "rechter" Weg.
Empfohlen:
Vielleicht passend:
| Aufführung: | NICHT anmeldepflichtig (GEMA, SUISA, AKM etc.) |
| Instrumentierung: |
Gemischter Chor a cappella
Chor>SATB
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| Sprache im Lied: | Deutsch |
| Anzahl Seiten: | 5 |
| Besuche: | 5444 |






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